Wednesday, 3. september 2008
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17:00
„Eigentlich lernen wir nur von den Büchern, die wir nicht beurteilen können. Der Verfasser eines Buches, das wir beurteilen können, müßte von uns lernen.“
Johann Wolfgang von Goethe

Immer wieder äußern Kritiker, dass man seinen Ruf schädige, wenn man
ein Buch in einem Print-on-Demand Verlag verlegen würde. Da man damit aufzeigen würde, dass das eigene Buch es nicht in einen "ordentlichen" Verlag geschafft hat. Ich kann die Motive für eine
solche Aussage durchaus verstehen. Denn durch PoD haben natürlich alle Menschen Zugang zum Buchmarkt und können alles veröffentlichen, was Ihnen in den Sinn kommt. Dass dabei nicht immer
Brauchbares herauskommt, ist ersichtlich.
Aber ebenso trennt sich die Spreu vom Weizen. Ich möchte dies an einem Beispiel aufzeigen. Mir ist vor kurzem ein Buch bei Amazon aufgefallen, dass Tim Flemming mit dem Titel "sieben Tage
Dauerregen" über BoD veröffentlicht hat. Es verkauft sich trotz allem recht gut. Die Handlung des Romans klingt in der Zusammenfassung äußerst spannend:
"Sandy findet, Chris ist anders als zuvor. Chris meint, das bilde sie sich nur ein, und lügt ihr dabei dreist ins Gesicht. An einem frühen Morgen treffen sich die beiden und Chris erzählt Sandy,
dass er vorhabe, sich umzubringen. Sieben Tage gibt er sich Zeit, all das zu erledigen, was noch getan werden muss. Sandy hofft, ihn in diesen sieben Tagen davon abbringen zu können und lässt sich
auf ein waghalsiges Spiel ein. Aber sie verliert die Kontrolle, und aus dem Spiel wird bitterer Ernst - denn was noch erledigt werden muss, ist seine Rache an Sandy." (Quelle:
Amazon)
Viele Print-on-Demand Bücher verkaufen sich bei Amazon gar nicht oder nur in kleinsten Stückmengen.
Da aber immer wieder Bücher hervorstechen, fallen diese besonders auf. Dann ist auch zweitrangig, warum diese Bücher sich so gut verkaufen. Sei es aufgrund eines einzigartigen Themas, der Qualität
des Textes, der übermäßigen Werbung des Autors, etc.
Diese Bücher haben nach ihrem PoD-Debüt große Chancen in das Verlagsprogramm eines großen Verlagshauses aufgenommen zu werden. Denn sie haben schon eines bewiesen, dass sie sich auf dem deutschen
Büchermarkt ohne einen starken Verlag im Rücken zu haben, behaupten können.
Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Verlag auf ein solches Buch aufmerksam wird. Und das sollte Sie ermuntern. Denn die Verlagssuche ist oft entmutigend und langwierig. Wenn sie aber ein Buch in
einem PoD-Verlag gut verkaufen können, haben Sie den besten Beweis dafür, dass Ihr Buch ganz gut sein muss. Und das überzeugt auch einige Verlagshäuser.
Tim Flemming: sieben Tage Dauerregen bei Amazon
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